Tipps und mehr. (Dialyse)


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Was ist Dialyse?
Dialyse ist ein lebenswichtiges medizinisches Verfahren, das die Aufgabe der Nieren übernimmt, wenn diese ihre Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen können. Sie ist die häufigste Nierenersatztherapie bei Nierenversagen und sorgt dafür, dass der Körper von Abfallstoffen, eingelagerten Flüssigkeiten und überschüssigen Elektrolyten befreit wird, die sich sonst im Blut anreichern und schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen würden.
Normalerweise filtern die Nieren täglich mehrere hundert Liter Blut, um Abfallprodukte des Stoffwechsels (wie Harnstoff und Kreatinin) sowie überschüssiges Wasser auszuscheiden. Wenn die Nieren diese Funktion durch eine Erkrankung, eine Verletzung oder einen fortschreitenden Funktionsverlust nicht mehr ausführen können, ist die Dialyse eine lebensrettende Alternative. Sie ersetzt jedoch nicht alle Aufgaben der Nieren, wie etwa die Produktion von Hormonen, die den Blutdruck regulieren oder die Bildung von roten Blutkörperchen anregen.
Die Dialyse kommt in zwei Hauptformen vor: der Hämodialyse, bei der das Blut durch eine Maschine außerhalb des Körpers gereinigt wird, und der Peritonealdialyse, bei der das Bauchfell als natürliche Filtermembran dient. Beide Verfahren basieren auf den Prinzipien der Diffusion und Osmose, die den Austausch von Schadstoffen, Salzen und Wasser zwischen Blut und Dialyselösung ermöglichen.
Neben ihrer technischen und medizinischen Funktion hat die Dialyse auch eine soziale und lebensqualitätsbezogene Dimension: Sie gibt Betroffenen die Möglichkeit, trotz erheblicher gesundheitlicher Einschränkungen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. In vielen Fällen ermöglicht die Dialyse einen stabilen Gesundheitszustand, durch den die Patienten in der Lage sind eine Schule zu besuchen, einer Arbeit nachzugehen oder zu studieren. Da es ein weltweit gut ausgebautes Netz an Dialysezentren gibt, spricht auch nichts gegen Urlaubsreisen.
🛈 Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Nieren filtern täglich viel Blut und entfernen dabei überschüssige Flüssigkeit sowie Abfallprodukte des Stoffwechsels. Bei Nierenversagen sammeln sich diese schädlichen Substanzen im Körper an, was lebensbedrohlich sein kann. Die Dialyse übernimmt in solchen Fällen die lebenswichtige Reinigungsfunktion der Nieren.
Warum ist die Dialyse notwendig?
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Es gibt zwei Hauptformen der Dialyse:
Hämodialyse: Hierbei wird das Blut über einen Gefäßzugang, meist am Unterarm, aus dem Körper geleitet und durch eine Maschine – die sogenannte "künstliche Niere" – gefiltert. Der Dialysator entfernt dabei Abfallstoffe und überschüssiges Wasser. Anschließend fließt das gereinigte Blut zurück in den Körper. Eine typische Hämodialyse dauert etwa vier bis fünf Stunden und wird in der Regel dreimal pro Woche durchgeführt.
Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse): Bei dieser Methode dient das Bauchfell (Peritoneum) als natürliche Filtermembran. Über einen Katheter wird eine spezielle Dialyselösung in die Bauchhöhle eingeführt. Abfallstoffe und überschüssiges Wasser wandern aus den Blutgefäßen des Bauchfells in die Dialyselösung, die nach einigen Stunden wieder abgelassen und durch frische Lösung ersetzt wird. Diese Form der Dialyse kann der Patient eigenständig zu Hause durchführen.
Arten der Dialyse
🛈 Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Dialyse basiert auf physikalischen Prinzipien wie Diffusion und Osmose:
Diffusion: Konzentrationsunterschiede zwischen Blut und Dialyselösung ermöglichen den Austausch von Abfallstoffen und Elektrolyten über eine semipermeable Membran.
Osmose: Ein osmotischer Gradient sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser aus dem Blut in die Dialyselösung übertritt.
Funktionsweise der Dialyse
🛈 Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Dialyse wird bei akutem oder chronischem Nierenversagen eingesetzt, wenn die Nierenfunktion so weit eingeschränkt ist, dass eine ausreichende Entgiftung und Flüssigkeitsausscheidung nicht mehr gewährleistet sind. Sie kann auch bei bestimmten Vergiftungen angewendet werden, um toxische Substanzen aus dem Blut zu entfernen.
Indikationen für die Dialyse
🛈 Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Wie bei jedem medizinischen Eingriff können auch bei der Dialyse Komplikationen auftreten, darunter:
Blutdruckabfall: Durch den Flüssigkeitsentzug kann es zu Hypotonie kommen.
Infektionen: Insbesondere bei der Peritonealdialyse besteht ein erhöhtes Risiko für Bauchfellentzündungen (Peritonitis).
Muskelkrämpfe: Diese können durch Veränderungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt entstehen.
Risiken und Nebenwirkungen
🛈 Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Geschichte der Dialyse ist eine faszinierende Reise durch medizinische Entdeckungen und technische Innovationen, die letztendlich dazu geführt haben, dass Millionen von Menschen mit Nierenversagen ein neues Leben ermöglicht wurde. Sie zeigt, wie Pioniergeist und wissenschaftliche Neugier dazu beigetragen haben, eines der komplexesten und lebensrettendsten Verfahren der modernen Medizin zu entwickeln.
Die Anfänge: Die Idee der Trennung durch Membranen
Im Jahr 1861 beschrieb der schottische Chemiker Thomas Graham erstmals die Dialyse als ein Trennverfahren. Seine Arbeit legte den Grundstein für die Idee, schädliche Stoffe aus Flüssigkeiten zu entfernen – ein Konzept, das später auf die Medizin übertragen wurde.
Frühe Tierversuche und erste Experimente
Am 10. November 1912 führten John Jacob Abel, Leonard George Rowntree und Benjamin Turner in Baltimore eine sogenannte Vividiffusion an einem Kaninchen durch. Dies war eines der ersten dokumentierten Experimente, das die technische Möglichkeit der Dialyse zeigte. Wenige Jahre später, zwischen 1914 und 1917, führte Georg Haas erste Dialyseversuche an Hunden durch, unabhängig von Abels Arbeit, von der er erst später erfuhr.
Im Juli 1923 berichtete der Hamburger Physiologe Heinrich Necheles über Experimente an beidseitig nephrektomierten Hunden. Dabei nutzte er eine sogenannte „Sandwich-Niere“, bestehend aus Kalbsperitoneum, das in elastische Gitter eingespannt war – ein frühes Beispiel für einen innovativen Dialyseapparat.
Der Durchbruch: Erste Hämodialyse beim Menschen
Der nächste entscheidende Schritt gelang Georg Haas im Jahr 1924. Er führte die weltweit erste erfolgreiche extrakorporale Hämodialyse beim Menschen durch. Dabei nutzte er eine sogenannte Schlauchniere, die mit Kollodium als semipermeable Membran ausgestattet war, und Hirudin, ein Antikoagulans aus Blutegelspeichel. Die begrenzte Reinheit des Hirudins führte jedoch häufig zu allergischen Reaktionen, weshalb ab 1925 Heparin als Antikoagulans eingesetzt wurde. Heparin, das auch heute noch verwendet wird, ermöglichte sicherere Behandlungen, nachdem 1937 effektivere Reinigungsmethoden für diese Substanz entwickelt wurden.
Technische Innovationen und Weiterentwicklungen
Im Jahr 1937 führte Wilhelm Thalhimer Cellophan als Dialysemembran ein, was die Effizienz der Dialyse erheblich verbesserte. Nur wenige Jahre später, am 17. März 1943, nutzte der niederländische Internist Willem Kolff erstmals ein Trommeldialysegerät an einer urämischen Patientin. Diese sogenannte rotierende Trommelniere, die nach dem Prinzip der archimedischen Schraube funktionierte, setzte Zellophan-Schläuche als Membran ein und ermöglichte eine kontrollierte Blutreinigung.
1946 entwickelte Nils Alwall in Schweden ein Gerät, das nicht nur das Blut reinigte, sondern auch überschüssige Flüssigkeiten aus Lunge und Gewebe entfernte – ein wesentlicher Fortschritt für die Behandlung schwerkranker Patienten. Zwei Jahre später präsentierte der amerikanische Biochemiker Leonard Skeggs den ersten transportablen Plattendialysator, der die Dialyse flexibler und leichter handhabbar machte.
Der Weg zur Langzeitdialyse
Bis in die 1950er Jahre war die Dialyse vor allem auf die Behandlung akuter Niereninsuffizienz beschränkt. Dies lag daran, dass die notwendigen Gefäßzugänge (Vasotomien) nur eine begrenzte Anzahl von Behandlungen ermöglichten. Erst 1960 revolutionierte Belding Scribner das Verfahren, indem er den ersten arteriovenösen Shunt implantierte. Dies ermöglichte eine wiederholte und langfristige Nutzung eines Gefäßzugangs. Clyde Shields wurde der erste Patient, der chronisch mit Hämodialyse behandelt wurde. Er lebte elf Jahre mit dieser Methode, bevor er 1971 an einer kardiologischen Erkrankung verstarb.
1966 führten Brescia und Cimino einen weiteren entscheidenden Fortschritt ein: die Punktion einer zuvor angelegten arteriovenösen Anastomose einer Unterarmvene. Diese Methode, die bis heute als Standard für Langzeitdialysegefäße gilt, ermöglichte eine sicherere und effizientere Versorgung von Dialysepatienten.
Fazit
Die Entwicklung der Dialyse war ein Prozess von kleinen, aber bedeutenden Schritten, die das Verständnis der medizinischen Möglichkeiten stetig erweitert haben. Was als chemisches Experiment begann, entwickelte sich zu einem lebensrettenden Verfahren, das heute für viele Menschen mit Nierenversagen unverzichtbar ist. Die Geschichte der Dialyse ist ein eindrucksvolles Beispiel für den menschlichen Erfindungsgeist und die Bedeutung von Innovation in der Medizin.
Geschichte der Dialyse
🛈 Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Marcel
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